Bis zum Ironman Hamburg erzähle ich einige Anekdoten von meinem Weg zum Wettkampf. Verfolge ihn auf Lasses Tagebuch.

Noch 34 Wochen bis zum Ironman Hamburg

Nun sind es nur noch 34 Wochen. 238 Tage, um in die Form meines Lebens zu kommen! Wie fit ich zu dem Zeitpunkt des Wettkampfes sein muss, weiß ich haargenau. Aber wie es aktuell um meine Fitness steht, kann ich nicht wirklich einschätzen. Stehe ich auf der symbolischen Fitness-Skala bei 2 oder vielleicht 4 und bis wohin geht diese Skala? 10? Oder doch 100? Um effektiv zu trainieren und vor allem die Ressourcen, die ich bereits habe, ökonomisch und gesund zu nutzen, müssen klare Erkenntnisse her.

Ich entscheide mich, alle Möglichkeiten der Analysen in Anspruch zu nehmen, die der Markt aktuell zu bieten hat. Bei meinen vorherigen Distanzen und Vorhaben, muss ich ehrlich gestehen, empfand ich diese Schritte als ziemlich unnötig. Eine Radanalyse habe ich noch nie gemacht! Ich kaufte mein Rad und stellte es so ein, dass ich bequem darauf fahren konnte. Bis jetzt kam ich damit immer gut zurecht.

Doch nun, beim Projekt „Langdistanz“ will ich es nicht einfach darauf ankommen lassen. Immerhin soll der Trainingsumfang und die Belastung verdoppelt, später sogar verdreifacht werden. Bei solchen Hochleistungen will ich es nicht bei der altbekannten „Youtube-Beratung“ belassen. Experten müssen her.

Nach ein wenig Forschen im Internet und Durchstöbern von Erfahrungsberichten, lande ich schlussendlich bei Kriwat Sport. Mit einer Analyse meines Laufstils und einem Bikefitting, möchte ich möglichen Verletzungen und Fehlstellungen entgegenwirken. Die Kontaktaufnahme mit Kriwat Sport läuft super unkompliziert, das Personal am Telefon absolut zuvorkommend. Ich bekomme eine Liste von den Dingen, die ich zum Test mitbringen soll: Eine möglichst enge Sporthose ohne Reflexionsstreifen, meine Lauf- und Radschuhe und natürlich mein Rennrad fürs Bike Fitting.

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Kann ich überhaupt einen Ironman schaffen?

Ich bin ein wenig aufgeregt, als ich mit Sack und Rad die Treppe zum Kriwat Studio hinaufgehe. Was wird der Test ergeben? Ist mein Körper für solche Anstrengungen überhaupt gemacht? Werden sie mir womöglich von meinem Vorhaben abraten, weil mein Fitness Stand eine mittelschwere Katastrophe ist? Und was ist, wenn ich das komplett falsche Rad gekauft habe und der Bock gar nicht zu meiner Körpergröße passt? Fragen durchlöchern meine Gedanken. Dementsprechend angespannt, jedoch auch freudig aufgeregt, stehe ich am Empfangstresen. Nach meiner Anmeldung werde ich direkt von den netten Mitarbeitern Sophie und Simon unter die Fittiche genommen.

„Schon dumm, wenn man ein Vermögen in sein Equipment steckt und es dann nicht zu einem passt!“

Bikefitting

Das Bikefitting ist für mich, wie bereits erwähnt, ein persönlicher Knackpunkt. Ich habe mir unendlich viele Erfahrungsberichte im Internet durchgelesen, von denen viele damit endeten, dass die Sportler im Testverfahren herausfanden, dass das gekaufte Fahrrad nicht den Maßen entsprach, die sie eigentlich für ihre Körpergröße benötigten. Schon dumm, wenn man in diesem Fall ein Vermögen, im Wert eines Kleinwagens, in sein Equipment gesteckt hat. Mein Rad ergatterte ich recht günstig, beim Jahresschluss Verkauf von Canyon. Die benötigten Größen meiner einzelnen Körperteile vermaß ich, schwer improvisiert, mit einem Mini-Geodreieck. Das Ergebnis meiner Vermessung, also mehr als fragwürdig.

Mein Rad wird in die Vorrichtung eingespannt, in den angeschlossenen Computer meine vorher laservermessene Körpergröße und Gewicht eingegeben. Dann geht es los. Mit einem Laserstrahl werden alle variablen Anbauteile, wie Sattel und Vorbau, angesteuert und ausgemessen. Abgeglichen mit meiner Körpergröße, wird so geguckt, ob die verschiedenen Bestandteile an der richtigen Stelle sitzen, um meinem Körper die richtige Position zu ermöglichen. Die Erkenntnisse sind erstaunlich. Laut dem System muss mein Sattel ganze 4 Zentimeter weiter nach hinten und auch einige Zentimeter tiefer. Das klingt zwar erst einmal wenig, bedeutet aber beim Bikefitting Welten. Der Vorbau meines Rads ist ebenfalls zu lang, heißt es muss ein neuer her. Aber zum Glück passt die Geometrie in den restlichen Bereichen zu meinem Körper. Bingo! Eine Sorge weniger! (Ein recht herzliches Dankeschön an mein Geodreieck an dieser Stelle.)

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Danach geht es zunächst mit der alten Einstellung auf die Rolle. Für eine wirkungsvolle Kraftübertragung, sollte der Winkel des Oberschenkels zum Unterschenkel circa 115 Grad betragen. In der alten Einstellung erreiche ich stolze 123,1 Grad. Also runter vom Hobel und die Idealmaße einstellen.

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Eine Sache, die ich überhaupt nicht auf dem Schirm habe, ist die Fußstellung auf der Pedale, durch die Einstellung der sogenannten „Cleats“. Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass man daran überhaupt irgendetwas verstellen kann. Ich befestigte einfach die Schrauben, als ich die Schuhe neu kaufte. Den „Cleats“ schenkte ich nie viel Aufmerksamkeit.

Jedoch ist scheinbar genau diese Einstellung sehr bedeutsam für die Kraftübertragung vom Körper zur Pedale, also enorm wichtig für eine ökonomische Radleistung. Das Anpassen mit einer speziellen Vorrichtung dauert keine paar Sekunden und ich kann zur weiteren Überprüfung wieder aufs Rad. Diesmal stimmen meine Werte mit den Gewünschten so gut wie überein! Das Rad ist nun perfekt auf mich abgestimmt, jetzt kommt es nur noch auf mich selbst an.

Sophie und Simon nehmen sich während des Fittings super viel Zeit für mich und erklären alles Schritt für Schritt. Jeder Prozess und jede Hebelwirkung wird für mich analysiert und alle Zusammenhänge bis ins kleinste Detail erläutert. Für mich eine absolut gelungene Beratung, die mich gefühlt deutlich enger mit meinem Rad verbindet.

„Nun heißt es nackig machen!“

Laufanalyse – Schritt für Schritt ans Ziel

Jetzt muss ich mich nackig machen – lauftechnisch und auch in Wirklichkeit. Denn für eine einwandfreie Messung ohne  Komplikationen muss man sich oberkörperfrei aufs Laufband stellen. Das kostet mich persönlich einige Überwindung. Immerhin will ich ja zu meiner Form des Lebens finden, bin aber noch lange nicht am Ziel. Das spiegelt sich natürlich auch im Körper wieder. Aber hilft ja nichts. T-Shirt aus und ab aufs Laufband zur 3D Analyse.

Mit einem Tempo von 6min pro Kilometer für eine Minute. Die darauffolgende Analyse meiner Werte lässt in mir ein wenig Hoffnung aufkeimen. Es ist nicht super gut, aber keineswegs eine so haarsträubende Katastrophe, wie anfangs vermutet. Aus meiner Cadence, der Kontaktzeit meines Fußes auf dem Laufband und tausenden anderen Werten, wird ein „ECONOMY Index“ erfasst, der meine derzeitigen Laufstil abbildet. B! Das ist der gelbe Bereich. Könnte eindeutig schlimmer sein. Doch was mich in dem Moment am meisten interessiert, ist wie man überhaupt den A Bereich erreichen kann. Die Antwort folgt auf dem Fuße. Ich muss zur Rumpf-Stabilisation antreten. Simon zeigt mir einige Übungen, die mich zittern lassen. Es muss deutlich mehr Stabilisation und Flexibilität in die Hüfte, somit soll mein gesamter Laufstil stabilisiert werden. Ich bekomme 4 Übungen aus dem Programm von Kriwat gezeigt. Der Rest wird mir später per Mail zugesendet.

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Danach geht es mit Hilfe eines Metronoms zum zweiten Test. Durch die Vorgabe eines Taktes von 160 Schlägen pro Minute, soll ich meine Schrittgeschwindigkeit kontrollieren und damit gleichzeitig auch die Länge des Kontaktes von meinem Fuß auf dem Laufband. Leider erweist es sich als recht schwierig, mit den Füßen in der Mitte des Laufbandes zu laufen, den Blick nach vorn zu richten und gleichzeitig auf den Takt des Metronoms zu achten. Daher kann ich leider nicht unbedingt von einer nennenswerten Verbesserungen im zweiten Lauf berichten. Dennoch nehme ich viel aus der Bewegungsanalyse mit! Besonders durch Motivation, bei der Nachkontrolle, die in 6 Monaten erfolgen soll, eine bessere Performance abliefern zu wollen und einige Kilos dabei abzuspecken. Denn auch das Gewicht ist ein wichtiger Faktor für den Laufstil.

Fazit:

Eine unglaublich tolle Erfahrung, die mich ein gigantisches Stück näher zu meinem Ziel gebracht hat! Denn nur mit einer Analyse des Bestandes, kann man einen soliden Trainingsplan aufstellen, um die Defizite auszugleichen. Ich kann diese Art der Analyse jedem ans Herz legen, der keine Angst hat, sich mit seinem Körper auseinander zu setzen und seine Defizite Schwarz auf Weiß aufgewiesen zu bekommen. Manchmal ist die Wahrheit hart! Für mich persönlich, ist es eine starke Motivationshilfe. Man bekommt von Kriwat nicht nur während der Analyse einiges an Input, sondern im Nachhinein ein gigantisches Paket an Laufschuhempfehlungen, Videomaterial von der Analyse und Trainingsübungen zum Ausgleich seiner Fehlstellungen oder zur Stärkung seines Körpers. Insgesamt eine absolut runde Sache!

Zur Seite von KRIWAT

Wenn ihr mehr erfahren wollt, auch zu dem Trainingsprogramm von Kriwat, dann schaut euch auf jeden Fall auf ihrer Seite um. Mich hat das professionelle Umfeld (übrigens auch Anlaufstelle vom THW Kiel und Holstein Kiel!) unglaublich beeindruckt und motiviert, mich selbst weiter nach vorne zu pushen!

Vielen Dank an das Kriwat Team, für die tolle Betreuung! Es hat mir super Spaß gebracht! Wir sehen uns in 6 Monaten zur Nachkontrolle wieder!

 

 

 

Zur Woche 33: Traingsplan und erste Impulse ( Coming soon)

 

 

 

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