Mit Sport aus der Magersucht

Straight from the Agegroup!

Alle Agegrouper haben das gleiche Problem. Triathlon benötigt verdammt viel Zeit, besonders in der Vorbereitung auf eine Langdistanz. Neben Familie und Job ist diese Zeit oft schwer zu erübrigen. Durch einige Tipps und Tricks ist dieses Trainingspensum dennoch möglich. Und diese holen wir uns von denen, die es am Besten wissen: Von Euch!
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Hallo, Nine. Danke, dass du dir für uns Zeit genommen hast. Fangen wir direkt an: Wie bist du zum Triathlon gekommen?

Hallo Lasse, das ist eigentlich keine so schöne Geschichte. Ich hatte mit Mitte 20 ein Problem mit dem Essen, in Form einer Magersucht. Und als ich dann wieder essen musste, habe ich auf dem Heimtrainer und beim Joggen versucht die Kalorien wieder loszuwerden. Bis ein Freund mir sein Rennrad geliehen hat und mich damit zum Triathlon motiviert hat. Schwimmen musste ich von Grund auf erst einmal lernen. Trotz dieser Widrigkeiten wurde es beim ersten Triathlon gleich ein Treppchenplatz für mich. Das hat mich sehr motiviert und gefesselt.

Magersucht ist natürlich ein heikles Thema. Ist es schwer für dich darüber zu reden?

Nein überhaupt nicht. Ich habe keine Geheimnisse und außerdem ist es ja auch schön zu zeigen, dass es einen gesunden Weg raus gibt. Es ist bei mir eindeutig eine Suchtverlagerung, aber definitiv eine positive. Früher war ich magersüchtig, heute bin ich sportsüchtig. Für mich eindeutig die bessere Wahl.

So etwas ist sehr schwierig zu händeln und sich aus solch einer Sucht zu lösen, bedarf sehr viel Durchhaltevermögen. Von uns bekommst du vollsten Respekt dafür. Schafft man es, unter so eine prägende Zeit im Leben, einen Strich zuziehen?

Ja, aber einmal essgestört, hat man ein verzerrtes Verhältnis zum eigenen Körper und zu seinem Gewicht. Die Selbstwahrnehmung ist nachhaltig beeinflusst, so fühle ich mich aktuell beispielsweise zu dick, obwohl ich weiß, dass es definitiv nicht so ist.

Wir wünschen dir dabei weiterhin gute Standhaftigkeit! Wie ging es nach deinem ersten Triathlon weiter für dich?

Nach dem Treppchenplatz bei meinem ersten Triathlon in Willich, ging es recht schnell über die Sprint und Olypmische Distanz, zur ersten Mitteldistanz (Moret Triathlon), die ich gewinnen konnte. Da habe ich natürlich erst richtig Blut geleckt. Zwischen diesen Erfahrungen lagen nur 2 Jahre. Das war 2003! Ab 2006 hatte ich dann erstmal für 10 Jahre komplett Pause vom Triathlon.

Oha! 10 Jahre Pause! Wie kam es dazu?

Sehr unfreiwillig muss ich sagen. Die Pause begann durch eine Ermüdungsfraktur, die nicht heilen wollte. Kurz vor meiner Pause im Jahre 2005, wurde ich noch fünfte Frau in Frankfurt auf der Ironman-Distanz und die Erste in meiner Agegroup. Daraufhin stand für mich Hawaii an. 2006 war ich in meiner absoluten Bestform, zog mir leider aber auch den Ermüdungsbruch im Vorfuß zu. Da die Fraktur überhaupt nicht ausheilen wollte, war ich beim Spezialisten. Dieser stellte fest, dass ich einen Hormonspiegel, ähnlich einer Frau nach den Wechseljahren hatte. Er riet mir komplett zu pausieren und zu versuchen, ein Baby zu bekommen.

Was du dann ja auch getan hast!

Ja, schweren Herzens! Also das mit der Pause! Ich habe dann meine Tochter bekommen und mich 1,5 Jahre später selbstständig gemacht. Dann kam noch eine Trennung dazu, ein neuer Partner, Geburt meines Sohnes… Da bleibt einem keine Zeit für Triathlon. Dennoch schwebte es immer im meinem Hinterkopf. Einmal Triathlon, immer Triathlon.

Und wie bist du zurück zum Triathlon gekommen?

Wieder eine Trennung. Das war 2016 und mein Startschuss, um endlich wieder richtig zu beginnen. Seitdem bin ich wieder im Training.

Also bedeutet das, du bist Mama, führst ein Geschäft und trainierst dennoch du auf die Langdistanz?

Ja, inzwischen sind es sogar 3 Kinder! Im Alter von 25, 11 und 6 Jahren. Aber dieses Jahr gibt es für mich keine Langdistanz. Der Große heiratet und der Kleine kommt in die Schule. Da ist für ein solches Ausmaß von Training keine Zeit, denn ich setze andere Prioritäten.

Und wie sieht das mit der Trainingsmoral aus? Hast du den gleichen Trainingswillen, auch ohne großes Wettkampfziel?

Nein nicht unbedingt. Bei harten Intervallen, ist der Wille nicht so groß, wie als hätte ich ein festes Vorhaben. Aber grundsätzlich ist es jedesmal mein Hauptziel, meinen inneren Schweinehund zu besiegen und mich zu Bestleistungen zu zwingen.

Und willst du nächstes Jahr wieder irgendwo angreifen?

Ja, nächstes Jahr möchte ich wieder ein 70.3 machen, mit Ziel sub 4:50 und in der W45 vielleicht nochmal Hawaii angehen!

Mega! Danke dir für dieses spannende Interview! Und viel Glück bei den künftigen Unternehmungen und natürlich auch für deine Kinder!

Danke dir auch!

Habt ihr Fragen an Nine zu ihrer Geschichte? Dann stellt sie sehr gerne in den Kommentaren.

Deine top 5 Songs fürs Laufen?

1. He‘s a Pirate ?????? ( pirates of the Caribbean)

2. The Champion ( Carrie Underwood)

3. The Eye of the Tiger ( natürlich ??‍♀️ sorry ?)

4. Stand up for the Champions ( Right said Fred) sorry auch dafür das wird beim Zieleinlauf in Buschhütten ( Heimrennen) immer gespielt 

5. Heroes von David Bowie ( ich bin Jahrgang 75 ???‍♀️?) 

Hier geht es zur Playlist mit allen Songs unser Straight from the Agegroup Partner

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