Sport-Life-Balance

Straight from the Agegroup!

Alle Agegrouper haben das gleiche Problem. Triathlon benötigt verdammt viel Zeit, besonders in der Vorbereitung auf eine Langdistanz. Neben Familie und Job ist diese Zeit oft schwer zu erübrigen. Durch einige Tipps und Tricks ist dieses Trainingspensum dennoch möglich. Und diese holen wir uns von denen, die es am Besten wissen: Von Euch!
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Hey Eva-Maria! Schön, dass du dir hierfür  Zeit nimmst. Erzählst du uns, wie du zum Triathlon gekommen bist?

Ich habe im Laufe meines Lebens viele Sportarten ausprobiert und habe mit der Zeit festgestellt, dass ich wohl am ehesten Ausdauersportler bin. Ich bin dann zu meiner Abi-Zeit meinen ersten Halbmarathon, eher schlecht als recht, aber mit großem Spaß an der Sache, gelaufen. Danach im Studium habe ich es beibehalten, war aber zum einen ständig verletzt und wurde zum anderen einfach nicht wirklich besser. Heute weiß ich, dass es wohl an nicht vorhandener Struktur im Training lag. Mit ständigen „Shin-Splints“ und einem Läuferknie habe ich mir dann irgendwann überlegt, dass ich mehr Abwechslung brauche. Im Hinblick auf Ausdauersport war Triathlon dann die logische Konsequenz und ich bin einem Triathlon-Verein beigetreten. Dort habe ich von Null an das Kraulen gelernt, habe mir später ein Rennrad angeschafft und bin letztendlich bei diesem Sport hängen geblieben. Erst seit letztem Jahr betreibe ich Triathlon aber mit mehr Konsequenz, Ehrgeiz und Struktur. Spannenderweise hat sich der Spaßfaktor dabei auch multipliziert.

Was machst du denn, wenn du nicht gerade Kilometer abräumst!

Ich studiere Jura. Nebenher arbeite ich natürlich noch ein paar Stunden. Der ganze Triathlon-Lifestyle will ja schließlich auch finanziert werden.

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Hast du denn noch Zeit für andere Dinge neben Beruf/Studium und Triathlon? Gibt es mehrere Triathlon-Verrückte in deinem Freundeskreis oder bist du ein Einzelkämpfer?

Als Einzelkämpferin würde ich mich nicht bezeichnen. Ich trainiere immer noch und auch gerne im Verein. Vor allem das Schwimmtraining dort ist deutlich kurzweiliger als allein seine Bahnen zu ziehen. Im Sommer gehört die gemeinsame sonntägliche Radausfahrt fest ins Programm. Mein Freund ist auch Triathlet, sodass wir viel gemeinsam trainieren. Unter der Woche strampeln wir oft abends nebeneinander auf der Rolle. Zum Laufen treffe ich mich ab und an auch gern mit Freunden oder genieße auch mal die Ruhe für mich selbst. Alles in allem macht es mir im Team aber deutlich mehr Spaß! Viele meiner engen Freunde sind aber keine Sportler und das ist auch in Ordnung so. Wir treffen uns dann zum Kochen, Essen oder auf ein Glas Wein.

Kommt es häufig vor, dass du wegen Training oder einem Wettkampf auf Dinge verzichten musst? Und wenn ja gibt es irgendwas, dem du nachtrauerst? 

Gute Frage, so spontan fällt mir nichts ein, auf das ich verzichte. Ich kasteie mich nicht für diesen Sport. Wenn ich drüber nachdenke, würde ich aber sagen, dass ich auf ein gewisses Maß an Spontanität verzichte. Wenn Freunde am Wochenende vorm Wettkampf feiern gehen, bin ich nicht so spontan, zusagen. Ich trauere dem aber nicht hinterher, weil ich mir in der Vergangenheit immer ein Leben gewünscht habe, das einfach voll mit sportlichen Aktivitäten ist. Das habe ich jetzt und bin total glücklich damit. Von daher ist der Tausch Spontanität gegen Triathlon Lifestyle schon gut!

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Oft wird gesagt, dass es sich beim Triathlon viel um einen selbst dreht. Würdest du sagen, dass du durch Triathlon ein neues Bewusstsein für dich und deinen eigenen Körper bekommen hast?

Ich würde sagen, dass ich schon regelmäßig meine Grenzen auslote und gelegentlich auch bewusst über diese hinweg gehe. Das setzt natürlich voraus, dass man seine Grenzen und damit sich selbst, seinen Körper und seine mentalen Fähigkeiten gut kennt. Ich merke auf jeden Fall ziemlich früh, wenn irgendwo etwas zwickt, sich eine Verletzung anbahnt und ich kann meist eine recht präzise Antwort darauf geben in welcher körperlichen und mentalen Verfassung ich mich gerade befinde. Also ja, ein gutes Bewusstsein für meinen Körper ist auf jeden Fall vorhanden. Das schreibe ich aber nicht nur dem klassischen Training zu, sondern vor allem der Fähigkeit, gut in mich gehen zu können und auf Signale von Körper und Hirn zu achten. Um diese wahrzunehmen, muss man bei sich selbst sein, es dreht sich zwangsläufig dann in dem Moment alles um mich. Ich finde das aber nicht schlimm, mal in bestimmten Situationen leicht egozentrisch zu sein, denn im Alltag ist man oft nicht so sehr bei sich, sondern eher mit den Anforderungen von Job, Studium oder mit den Dingen des täglichen Lebens beschäftigt. Solange man nicht alles andere und vor allem seine Mitmenschen aus dem Blick verliert, ist es doch toll, einer Beschäftigung nachzugehen, für die man so sehr brennt.

Viele sehen Sportarten wie Triathlon als Lebenseinstellung. Beeinflusst Triathlon dein weiteres Handeln im Alltag?

Ich bin definitiv jemand der gerne plant. Ich setze mich jeden Sonntag mit meinem Kalender hin und plane meine Woche. Arbeit und Studium sind da die ersten Prioritäten, direkt danach lege ich meinen Trainingsplan daneben und schaue, wann genau ich die Einheiten absolviere und spreche mich mit meinem Freund oder mit Freunden ab, ob und wann wir zusammen trainieren. Also ja, der Sport bestimmt schon in einem großen Ausmaß mit, wie meine Wochenplanung aussieht. Dasselbe gilt für Wettkämpfe. Das Wochenende ist dann geblockt, die Wochen davor würde ich nicht länger irgendwo hinfahren, wo ich nicht trainieren kann. Aber ich will es ja auch genau so, würde ich es anders wollen, würde ich es anders machen und mit den Konsequenzen leben müssen.

In Stein gemeißelt ist allerdings nichts, wenn ich mich nicht gut fühle, werfe ich auch mal die Planung über den Haufen. Außerdem schaue ich, dass ich auch Abende habe, die für Zeit mit Freunden und Abseits des Sports reserviert sind.

Was sind deine nächsten Ziele und Träume? Gibt es irgendetwas Großes, auf das du hinarbeitest?

Mein A-Wettkampf wird diesen Sommer der Ironman Kraichgau 70.3 sein. Ich möchte da auf jeden Fall Gas geben und schauen was geht. Viel weiter denke ich erst einmal nicht. Mein Ziel ist es, den Sport weiterhin konstant und solide zu betreiben und mich nicht in einer Saison völlig zu verballern. Darauf hat mein Trainer ein Auge. Meine Hoffnung ist natürlich, mich von Saison zu Saison zu verbessern und dann können wir noch mal reden, welche Ziele sich in Zukunft ergeben.

Danke Eva-Maria für deine ehrlichen Worte. Wir wünschen dir ganz viel Erfolg für die nächste Saison!

Danke!

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-Samy Deluxe- Stumm
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-Coldplay- Vica la Vida

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